Frauen melden nur 4,4 Prozent aller Patente an

Von 2005 bis 2016 haben Frauen in Deutschland zwischen 3,8 und 4,7 Prozent aller Patente angemeldet. Im Jahr 2016 waren das rund 4.700 Erfindungen. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) jetzt veröffentlicht hat. Dabei variiert der Frauenanteil an den Erfinder*innen zwischen 12,2 Prozent in Hamburg und 2,4 Prozent in Brandenburg, was auf die Bedeutung der unterschiedlichen Rahmenbedingungen in Stadtstaaten und Flächenländern verweist.

Eine ebenso entscheidende Rolle für eine Patentanmeldung durch eine Frau spielen offenbar deren kulturelle Wurzeln. Nach Deutschland migrierte Erfinderinnen melden doppelt so viele Patente an wie deutsche. An der Spitze stehen hier die Patentanmelderinnen aus dem asiatischen Sprachraum (10,5 %). Aber auch Erfinderinnen mit arabisch-türkischen (5,9 %) oder ost-und sudosteuropäischen Wurzeln (8,9 %) sind stärker vertreten als deutsche Frauen. „Ohne Migration wäre der Frauenanteil deutlich geringer“, sagt Studienautor und IW-Ökonom Oliver Koppel.

Auf Basis der Daten des Deutschen Patent- und Markenamtes sowie der Patentdatenbank des IW ermittelten die IW-Forscher*innen zudem, dass der Frauenanteil bei Patentanmeldungen aus der Grundlagenforschung (z. B. Hochschulen) bei 8,4 Prozent liegt und damit gut doppelt so hoch ist, wie der bei Unternehmen der Privatwirtschaft (4,1 %). Die meisten Patente werden aber von Forscherinnen der Fraunhofer-Gesellschaft angemeldet (9,2 %).

Die komplette Studie „Der Beitrag weiblicher Erfinder zu deutschen Patentanmeldungen“ mit verschiedenen Zählarten, zum Beispiel bezogen auf Teams und Einzelpersonen, stellt das IW zum Download bereit (PDF 1,3 MB) .

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